Was ist das Sechs-Dimensionen-Radar?
Das Problem mit Velocity ist: sie ist eindimensional. Du optimierst Story Points und vernachlässigst am Ende alles andere — Qualität, Reaktionsfähigkeit, gelieferter Wert. Ich habe Teams gesehen mit einer irren Velocity die Features geliefert haben die niemand nutzt. Das Sechs-Dimensionen-Radar ist das Gegenmittel. Du bewertest dein Team auf Qualität (Bugs, technische Schulden), Reaktionsfähigkeit (Antwortgeschwindigkeit), Vorhersagbarkeit (Commitment-Zuverlässigkeit), Produktivität (geliefertes Volumen), Fluss (Prozessgeschmeidigkeit) und Wert (echter Impact für die User). Alles auf einer Skala von 1 bis 10. Inspiriert von der Balanced Scorecard und den DORA-Metriken, aber angepasst für Teams in der Praxis. Ob du mit Scrum, Kanban oder SAFe arbeitest — es funktioniert.
Warum Bewertung über Sechs Verschiedene Dimensionen?
Weil die Optimierung einer einzelnen Dimension immer Nebenwirkungen hat. Immer. Ein Team das auf maximale Produktivität getrimmt wird, opfert die Qualität — technische Schulden, Bugs in Prod, das volle Programm. Oder schlimmer: sie liefern haufenweise nutzlose Features nur um die Zahlen aufzublasen. Hab ich so oft gesehen. Die sechs Dimensionen decken zwei komplementäre Aspekte ab: was du produzierst (Produktivität, Qualität, Wert) und wie du es produzierst (Fluss, Reaktionsfähigkeit, Vorhersagbarkeit). Wenn du also deinen Fluss verbesserst aber deine Qualität sinkt, siehst du das sofort. Und das Coole ist: es gibt oft positive Korrelationen — Fluss verbessern tendiert dazu auch die Vorhersagbarkeit zu verbessern. Aber das entdeckst du nur durchs Messen, nicht durchs Raten.
Interpretation und Analyse des Radars
Die Form des Radars erzählt eine Geschichte. Ein gleichmäßiges Sechseck? Das ist ein ausgewogenes, reifes Team. Spitzen und Täler? Das sind Ungleichgewichte die korrigiert werden müssen. Und hier machen die meisten Manager einen Fehler — sie konzentrieren sich auf die Spitze. "Wir sind gut in Qualität, lass uns das ausbauen." Nein. Der Grenzgewinn ist immer größer wenn du ein Tal auffüllst. Von 3 auf 5 im Fluss hat mehr Impact als von 8 auf 9 in Qualität. Der Gesamtscore? Über 7 von 10 ist High Performance. Zwischen 4 und 7 bist du im Durchschnitt mit klaren Verbesserungsachsen. Unter 4 gibt es strukturelle Probleme. Aber die echte Power des Radars liegt im Zeitvergleich. Du überlagerst die Bewertungen der letzten 3 Monate und siehst ob deine Trajektorie stimmt.
Best Practices für eine Effektive Bewertung
Erste Regel: bezieh das ganze Team ein. Wenn nur der Scrum Master die Scores ausfüllt, ist es verzerrt und niemand fühlt sich für die Ergebnisse verantwortlich. Macht es zu einer Teamübung in der Retro. Zweite Regel: nutze Daten wo möglich. Bug-Anzahl in Prod für Qualität. Sprint-Commitment-Einhaltung für Vorhersagbarkeit. Incident-Reaktionszeiten für Reaktionsfähigkeit. Nicht perfekt, aber besser als Bauchgefühl. Dritte Regel: sei regelmäßig. Eine Bewertung pro Sprint oder Monat. Der Wert liegt im Trend, nicht in einem einzelnen Zeitpunkt. Und vierte Regel: wähle 1-2 Dimensionen zur Verbesserung aus, nicht alle 6 gleichzeitig. Definiere konkrete, messbare Aktionen mit einem Verantwortlichen. Sonst ist es nur heiße Luft. Teil die Ergebnisse mit Stakeholdern — es ist auch ein super Kommunikationstool.





